Schachclub 1868 Bamberg e. V.

Aus einem 1868 in einer Brauereigaststätte gegründeten und über Anteilsscheine finanzierten Club wurde eine feste Größe des westdeutschen Mannschaftsschachs. Offene Turniere und eine lange Jugendtradition halten diese Geschichte im Spiel.

Ein Club auf Anteilsscheinen

Am 12. Februar 1868 gründeten zwölf Männer den Club in der Brauereigaststätte „Wilde Rose“ in Bamberg.

Der heutige Name bewahrt dieses Datum, doch die frühe Geschichte war weniger feierlich als praktisch: Schon die Anschaffung des Spielmaterials stellte die kleine Gemeinschaft vor ein Finanzproblem.

Am 6. März 1868 gab der Verein deshalb dreißig Anteilsscheine zu je dreißig Kreuzern aus.

Im Oktober folgten achtundvierzig weitere, elf Jahre später nochmals fünfzig zu je zwei Mark, sodass aus dem Geldmangel eine ungewöhnlich konkrete Form gemeinschaftlicher Finanzierung entstand.

Schmid, Pfleger, Kestler

Im 20. Jahrhundert wurde Bamberg eng mit Lothar Schmid, Helmut Pfleger und Hans-Günter Kestler verbunden.

Sie bildeten über Jahrzehnte das Rückgrat der Mannschaft; bei der Schacholympiade 1974 in Nizza stellte der Club mit diesem Trio die Hälfte des westdeutschen Teams.

Mit ihnen und weiteren Mannschaftskollegen gewann der SC 1868 Bamberg 1966, 1976 und 1977 die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Der Mannschaftspokal 1983/84 verlängerte die nationale Erfolgsphase und machte sichtbar, wie dauerhaft internationale Spielstärke in einem lokalen Verein gebündelt war.

Hundert Jahre, sechzehn Spieler

Zum hundertjährigen Bestehen veranstaltete der Club vom 11. bis 28. April 1968 ein internationales Rundenturnier mit sechzehn Spielern.

Paul Keres gewann vor Tigran Petrosjan und Lothar Schmid; Petrosjan und Schmid waren punktgleich, die Feinwertung entschied über Rang zwei.

Das Feld brachte Keres, Petrosjan, Schmid, Wolfgang Unzicker und Borislav Ivkov mit den Bamberger Kräften Pfleger und Kestler an dieselben Bretter. Der Club behandelte sein Jubiläum damit nicht als Rückblick allein, sondern als Anlass für ein Turnier, das selbst Teil seiner Geschichte wurde.

Geschichte im laufenden Spielbetrieb

Der heutige Verein hält Präsenzschach auf mehreren Ebenen offen. Erwachsenen- und Jugendmannschaften gehören ebenso dazu wie Turniere an den Vereinsabenden, an denen auch Spielerinnen und Spieler anderer Clubs teilnehmen können.

Besonders dauerhaft ist das Bamberger Jugend-Open, das der SC 1868 Bamberg gemeinsam mit Partnervereinen seit 1992 jährlich organisiert. Dort werden inzwischen auch oberfränkische Jugendschnellschachmeister und lokale Kreisjugendmeister ermittelt, sodass Nachwuchsarbeit, regionale Zusammenarbeit und Wettbewerb in einem wiederkehrenden Format zusammenkommen.

Quellen

  1. 1.Schachclub 1868 Bamberg e. V. - Der Schachverein, Schachclub 1868 Bamberg e. V.
  2. 2.Impressum, Schachclub 1868 Bamberg e. V.
  3. 3.Vereinsgeschichte, Schachclub 1868 Bamberg e. V.
  4. 4.Schachclub Bamberg wird 150 - und viel Prominenz kam zum Gratulieren, Deutscher Schachbund e.V.
  5. 5.Deutsche Schach-Mannschaftsmeisterschaften, Deutscher Schachbund e.V.
5 weitere Quellen anzeigen
  1. 6.Deutsche Schach-Pokalmeisterschaften für Mannschaften, Deutscher Schachbund e.V.
  2. 7.Internationales Turnier zum 100-jährigen Bestehen des SC Bamberg, Deutscher Schachbund e.V.
  3. 8.Spielbetrieb, Schachclub 1868 Bamberg e. V.
  4. 9.Bamberger Jugend-Open, Bezirksverband Oberfranken
  5. 10.Anfahrt, Schachclub 1868 Bamberg e. V.

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