Viswanathan Anand

Auch bekannt als: Vishy Anand

Indischer Großmeister und Weltmeister, der dazu beitrug, Indien zu einer führenden Schachnation zu machen.

Erklärung

Viswanathan Anand, geboren 1969, war Indiens erster Großmeister und einer der vielseitigsten Weltmeister der modernen Ära. Er gewann Weltmeisterschaften im K.-o.-System, als Rundenturnier und im Zweikampf. Diese Vielfalt und seine Zugehörigkeit zur Weltspitze über mehrere Generationen hinweg erklären eine Karriere, die sich nicht auf seine berühmte Schnelligkeit beim Finden guter Züge reduzieren lässt.

Vom indischen Wegbereiter zum Titelanwärter

Anand erhielt 1988 den Großmeistertitel. Sein Aufstieg bot ein konkretes Vorbild für die indische Schachtradition, aus der später zahlreiche Spitzenspieler hervorgingen. Dieser Einfluss bedeutet nicht, dass jeder spätere Erfolg nur eine Ursache hatte. Sein Werdegang zeigte aber, dass auch ein Spieler, der außerhalb der traditionellen Zentren ausgebildet wurde, um den Weltmeistertitel kämpfen konnte.

In den neunziger Jahren etablierte er sich als einer der wichtigsten Titelanwärter. 1995 spielte er in New York gegen um den Titel der Professional Chess Association und verlor den Wettkampf. Das geschah während der Spaltung der Weltmeisterschaft. Dieser Titelkampf ist deshalb von den getrennten Veranstaltungen der FIDE zu unterscheiden.

Fünf Titel in verschiedenen Formaten

2000 gewann er die FIDE-Weltmeisterschaft. Zum Abschluss des K.-o.-Turniers besiegte er Alexei Schirow im Finale. 2007 gewann er die wiedervereinigte Weltmeisterschaft in einem doppelrundigen Turnier in Mexiko. Danach verteidigte er den Titel 2008 gegen , 2010 gegen Wesselin Topalow und 2012 gegen Boris Gelfand.

Diese fünf Siege stehen nicht für fünf gleichartige, ununterbrochene Amtszeiten. Die Änderungen des Formats und die Wiedervereinigung erklären ihre historische Einordnung. In einem K.-o.-Turnier muss man kurze Zweikämpfe überstehen; ein Rundenturnier belohnt beständige Leistungen gegen mehrere Gegner; bei einem langen Zweikampf konzentrieren sich Vorbereitung und Anpassung auf einen einzigen Gegner.

Schnelligkeit, Vorbereitung und Variantenberechnung

Anand konnte Muster erkennen und Varianten sehr schnell berechnen. Sein Erfolg beruhte aber auch auf der Arbeit vor der Partie. Ein Beispiel ist der Wettkampf gegen Kramnik in Bonn 2008: Seine Siege mit Schwarz in Stellungen der Halbslawischen Verteidigung zeigten eine Vorbereitung, die selbst einem Spezialisten der Weltspitze konkrete Probleme bereitete.

Eine solche Vorbereitung setzt voraus, dass man versteht, was eine Schwäche oder ein Materialopfer ausgleicht. Ändert der Gegner die Zugfolge, muss man erkennen, welche Drohung weiterhin besteht und welche Variante nicht mehr funktioniert. Nützliche Schnelligkeit entsteht aus diesem Verständnis und der Fähigkeit, gute Kandidatenzüge auszuwählen. Wer schnell zieht, ohne die Verteidigungsmöglichkeiten zu prüfen, spielt damit noch nicht in Anands Stil.

Zu seinem Spiel gehören auch Endspieltechnik und Verteidigung. Ein Weltmeister, der so viele Zyklen durchläuft, muss entscheiden können, wann er die Spannung aufrechterhält und wann er einer Vereinfachung zustimmt. Flexibilität erlaubt es, eine vielversprechende Idee aufzugeben, wenn die Antwort des Gegners die Voraussetzungen verändert, auf denen sie beruhte.

Carlsen und eine erneute Qualifikation

Anand verlor den Titel 2013 in Chennai an . Er gewann das Kandidatenturnier 2014 und forderte ihn noch im selben Jahr erneut heraus, doch Carlsen setzte sich wieder durch. Diese erneute Qualifikation zeigt, wie bedeutsam Anands sportliche Erholung nach einer Niederlage mit großer öffentlicher Wirkung war.

Um seinen Beitrag zum Schach zu verstehen, lohnt der Vergleich eines durch Vorbereitung erzielten Sieges mit einer langen Partie, in der er neue Probleme lösen musste. In der ersten lässt sich verfolgen, wie aus der Eröffnung Aktivität entsteht. In der zweiten sieht man, wie er seine Stellungsbewertung anpasst, sobald sein Vorwissen endet. Beide Seiten erklären seinen Einfluss auf das indische und das internationale Schach.

Verwendung und Kontext

Anand gehörte über mehrere Generationen zur Weltspitze und glänzte sowohl im klassischen Schach als auch bei schnelleren Bedenkzeiten.

Quellen

  1. 1.Viswanathan Anand, FIDE Open Chess Museum
  2. 2.Anand, Viswanathan, FIDE
  3. 3.WCC R03: Anand wins with black, ChessBase
  4. 4.World Chess Champion biographies, World Chess Hall of Fame

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