Erklärung
Die Nilpferd-Verteidigung wird nicht durch eine einzige Zugfolge bestimmt. Sie ist ein Aufstellungssystem, das Schwarz über verschiedene Zugreihenfolgen erreichen kann. Die vollständige Formation umfasst meist Läufer auf b7 und g7, Springer auf d7 und e7 sowie Bauern auf a6, b6, d6, e6, g6 und h6. Die Läufer stehen im Fianchetto, wurden also hinter Bauern entwickelt, die ein Feld vorgerückt sind.
Während Schwarz diese Struktur aufbaut, kann Weiß das Zentrum meist frei mit Bauern besetzen. Schwarz will nicht beweisen, dass dieser Raum bedeutungslos ist, sondern eine kompakte Stellung bewahren und auf den richtigen Moment für einen Bauernhebel warten. Häufig zieht dabei ein Bauer nach c5, f5, d5 oder e5. Ein solcher Vorstoß wird Hebel genannt, wenn er eine Bauernstruktur öffnen oder verändern soll. Welcher Hebel richtig ist, hängt von der Aufstellung der weißen Bauern und Figuren ab.
Die Nilpferd-Formation behält vier mögliche Hebel
Die kompakte Struktur ist nur der Ausgangspunkt
Schwarz hat bereits Läufer auf und , Springer auf und sowie Bauern auf , , , , und . Nun muss Schwarz entscheiden, wie das weiße Zentrum angegriffen wird.
Die größte Schwierigkeit besteht darin, dass eine scheinbar sichere Aufstellung passiv werden kann. Wartet Schwarz zu lange, kann Weiß alle Figuren verbessern und das Zentrum unter günstigen Bedingungen öffnen. Die Nilpferd-Verteidigung ist daher als reaktive Verteidigung zu verstehen: Die Anfangsstruktur erkauft Flexibilität, doch Zeitpunkt und Richtung des Gegenangriffs sind der wesentliche Teil des Systems.
Häufige Verwechslungen
Feste Eröffnung oder Formation
Die Nilpferd-Verteidigung kann durch viele Zugreihenfolgen entstehen. Die typische Aufstellung und ihre Hebel zu erkennen ist wichtiger, als eine einzige Folge auswendig zu lernen.
Quellen
- 1.Hippopotamus Defense basics by Andrew Martin, ChessBase
- 2.Hippopotamus Defence, Wikipedia contributors
