Offene Linie

Eine senkrechte Brettlinie ohne Bauern beider Seiten.

Erklärung

Die acht Linien sind die senkrechten Reihen des Bretts und werden mit den Buchstaben a bis h bezeichnet. Eine Linie ist offen, wenn sie weder weiße noch schwarze Bauern enthält. Türme und die Dame können auf ihr ziehen, solange keine Figur den Weg blockiert.

Eine offene Linie ist wertvoll, weil sie Druck und einen möglichen Einbruch ins gegnerische Lager ermöglicht. Ein Turm kann von ihr aus seitliche Ziele angreifen, einen zweiten Turm unterstützen oder eine gegnerische Reihe erreichen. Die Besetzung der Linie garantiert jedoch keinen Vorteil: Der Gegner kann sie bestreiten, Türme tauschen oder alle Einbruchsfelder kontrollieren.

Kontrolle ist nicht dasselbe wie Eindringen

Um eine offene Linie zu nutzen, suche ein Feld, auf dem der Turm sicher eindringen kann, oder ein Ziel, das sich unter Druck setzen lässt. Ist das einzige Einbruchsfeld gedeckt und gibt es kein Ziel, kann die Linie zunächst wenig wert sein. Wichtig ist auch, welche Seite ihre Türme verdoppeln kann, also beide auf derselben Linie aufstellt.

Eine enthält Bauern nur einer Farbe, eine Bauern beider Seiten. In der modernen Terminologie ist dieser Unterschied genau, auch wenn ältere Autoren eine Linie ohne eigenen Bauern manchmal offen nannten.

Häufige Verwechslungen

Offene Linie und freier Weg

Die Definition hängt von den Bauern ab, nicht davon, ob die Linie völlig leer ist. Figuren können darauf stehen und die Linie bleibt dennoch offen.

Verwandte Begriffe

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