Erklärung
Vorläufiges Rating ist kein universeller Begriff mit einheitlichen Regeln. Allgemein bezeichnet er eine zeitweilige Schätzung der Spielstärke, wenn für ein vollständig etabliertes Rating noch nicht genügend Informationen vorliegen. Die genaue Bedeutung hängt daher von der Föderation, Plattform oder dem Paarungssystem ab, das den Begriff verwendet.
Im Standard-Ratingsystem der International Chess Federation (FIDE) gilt ein neuer Spieler weiterhin als unrated, bis ein Anfangsrating veröffentlicht werden kann. Nach den aktuellen Bestimmungen muss dieses Rating auf mindestens 5 Partien gegen gewertete Gegner beruhen. Ergebnisse dürfen über aufeinanderfolgende Ratingperioden von höchstens 26 Monaten zusammengeführt werden, und das veröffentlichungsfähige Anfangsrating muss mindestens 1400 betragen. FIDE bezeichnet diese Zwischenphase nicht als offizielles vorläufiges Rating.
Der Begriff kommt jedoch in den FIDE-Paarungsregeln vor. Im Dubov Swiss system, einer FIDE-Methode zur Bildung der Paarungen Runde für Runde, muss der Chief Arbiter einem Spieler ohne Rating ein vorläufiges Rating zuweisen, damit das Paarungsverfahren arbeiten kann. Diese Zahl dient der Paarung und wird dadurch nicht zu einem veröffentlichten FIDE-Rating. Sie unterscheidet sich auch von einem , das Änderungen anhand aktueller Ergebnisse projiziert.
Häufige Verwechslungen
Vorläufiges Rating oder FIDE-Anfangsrating
Eine vorläufige Zahl kann zeitweilig für einen bestimmten Zweck verwendet werden. Ein FIDE-Anfangsrating wird erst offiziell, wenn die Veröffentlichungsbedingungen des Ratingsystems erfüllt sind.
Vorläufiges Rating oder Live-Rating
Ein vorläufiges Rating überbrückt meist das Fehlen eines etablierten Ratings. Ein Live-Rating projiziert Änderungen auf Grundlage eines bereits vorhandenen oder veröffentlichten Ratings.
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