Erklärung
Reziprokes Denken beginnt mit einer wünschenswert wirkenden Idee, die nicht sofort funktioniert. Statt sie ohne weitere Prüfung zu verwerfen, berechnet der Spieler die Antwort, die sie widerlegt, bestimmt die genaue Ursache des Scheiterns und fragt, ob ein Vorbereitungszug oder eine andere Zugreihenfolge diese Bedingung verändern kann.
Grundverfahren
- Formuliere die gewünschte Idee genau: Welchen Zug willst du spielen und was soll er erreichen?
- Finde die beste Verteidigung oder des Gegners.
- Isoliere das Hindernis: eine verteidigende Figur, eine Drohung, ein unkontrolliertes Feld, ein Problem der Zugreihenfolge oder einen fehlenden Vorbereitungszug.
- Suche einen Hilfszug, der das Hindernis beseitigt oder ablenkt, ohne ein größeres Problem zu schaffen.
- Berechne die vollständige Idee erneut gegen die beste Antwort. Wenn sie weiterhin scheitert, verwirf sie.
Die Methode fördert Kreativität, weil sie eine vage Frage wie die nach dem richtigen Angriff in eine konkrete verwandelt: Was verhindert, dass diese Idee funktioniert? Die Antwort kann eine stille Vorbereitung, das Schlagen oder Ablenken einer verteidigenden Figur oder eine andere Zugfolge aufdecken.
Sie ist keine Erlaubnis, eine Idee um jeden Preis zu erzwingen. Die überarbeitete Version muss Berechnung und Schlussbewertung standhalten. Sie unterscheidet sich auch vom , das bei der gegnerischen Absicht ansetzt. Reziprokes Denken beginnt mit einer eigenen Idee, nachdem sie ein negatives Urteil erhalten hat.
Häufige Verwechslungen
Für beide Seiten denken
Jede ernsthafte Berechnung berücksichtigt gegnerische Antworten. Der besondere Schritt besteht hier darin, die Ursache des Scheiterns zur Neugestaltung der ursprünglichen Idee zu nutzen.
Auf einer Idee bestehen
Die Methode verlangt eine erneute Prüfung. Lässt sich das Hindernis nicht auf solide Weise beseitigen, muss die Idee verworfen werden.
Quellen
- 1.Introduction | Mastering Calculation, ChessBase Books
- 2.Imagination in Chess: How To Think Creatively And Avoid Foolish Mistakes, Batsford
