Erklärung
Eine Wertungszahl soll die Wettkampfstärke eines Spielers schätzen. Die Punkteerwartung, in den FIDE-Bestimmungen als PD bezeichnet, wandelt die Differenz zwischen zwei Wertungszahlen in eine erwartete Punktzahl um. Sie sagt keine einzelne Partie voraus. Sie fasst zusammen, was das System über viele vergleichbare Partien erwartet, wobei ein Sieg 1 Punkt, ein Remis 0.5 und eine Niederlage 0 zählt.
Sind die Wertungszahlen fast gleich, weist die Tabelle jedem Spieler ungefähr 0.50 zu. Bei einer Differenz von 92 bis 98 Punkten erhält der höher gewertete Spieler 0.63 und der niedriger gewertete 0.37. Beide Werte ergeben zusammen 1, weil sie beschreiben, wie der einzige verfügbare Punkt im Durchschnitt voraussichtlich aufgeteilt wird.
Zur Aktualisierung einer Wertungszahl wird PD in jeder Partie von der tatsächlichen Punktzahl abgezogen. Ein Ergebnis über der Erwartung erzeugt einen positiven Betrag, ein Ergebnis darunter einen negativen. Die Summe für die wird anschließend mit einem Entwicklungskoeffizienten namens K multipliziert, der steuert, wie schnell sich die Wertungszahl verändern kann. Dieselbe Idee der erwarteten Punktzahl liegt auch Berechnungen wie der zugrunde.
Häufige Verwechslungen
Punkteerwartung und Gewinnwahrscheinlichkeit
PD berücksichtigt den Wert von Remis. Eine Erwartung von 0.50 bedeutet nicht, dass jedes mögliche Ergebnis gleich wahrscheinlich ist.
