Erklärung
Der Torre-Angriff ist eine Spielweise in Damenbauern-Eröffnungen, bei der Weiß gewöhnlich den d-Bauern vorzieht, den Königsspringer nach f3 entwickelt und den schwarzfeldrigen Läufer auf g5 stellt. Es geht nicht um einen sofortigen Materialgewinn, sondern um eine schnelle Koordination der Figuren bei einer stabilen Zentralstruktur.
Wenn Schwarz ...e6 gespielt hat, kann der Läufer auf g5 den Springer f6 an die Dame fesseln: Ein Springerzug würde einen Angriff des Läufers auf die Dame freigeben. Weiß vervollständigt die Entwicklung häufig mit e3, Bd3, Nbd2 und der Rochade und bereitet danach den zentralen Vorstoß e4 oder einen Springerposten auf e5 vor. Der genaue Plan richtet sich nach der schwarzen Antwort.
Bg5 verbindet die Fesselung mit den Plänen des Torre-Angriffs
Der Springer ist bereits entwickelt, bevor der Läufer zieht
Diese Zugfolge unterscheidet den Torre-Angriff vom Trompowsky-Angriff und schafft eine stabile Grundlage für den Abschluss der Entwicklung.
Das System ähnelt dem , weist aber einen wichtigen praktischen Unterschied auf: Beim Torre-Angriff entwickelt Weiß den Springer normalerweise zuerst nach f3, bevor Bg5 folgt. Das führt meist zu einer stabileren Ausgangsstellung, in der seltener eine sofortige Entscheidung erforderlich ist.
Verwendung und Kontext
Es ist eine Systemeröffnung: Weiß kann gegen verschiedene schwarze Antworten einen ähnlichen Aufbau anstreben, darf die gleichen Züge aber nicht unabhängig von der konkreten Stellung wiederholen.
Häufige Verwechslungen
Torre-Angriff und Trompowsky-Angriff
Beim Torre-Angriff wird Nf3 meist vor Bg5 gespielt. Beim Trompowsky-Angriff folgt Bg5 bereits im zweiten Zug gegen ...Nf6 und erzwingt eine sofortige Entscheidung über diesen Springer.
Begriff anzeigenQuellen
- 1.Queen's Pawn Opening: Torre Attack, Chess.com
- 2.Torre Attack, Wikipedia contributors
