Erklärung
Ein Angriff beschreibt die Felder, auf denen eine Figur schlagen kann. Eine gegnerische Figur auf einem dieser Felder ist angegriffen, auch wenn im aktuellen Zug nichts geschlagen wird. Der Angriff hängt von der Zugweise der Figur und von allen Figuren ab, die ihren Weg blockieren.
Im regeltechnischen Sinn kann eine Figur ein Feld auch dann angreifen, wenn sie gefesselt ist, ihr Zug also den eigenen König einem Angriff aussetzen und den dadurch regelwidrig machen würde. Dieser Unterschied ist wichtig, weil ein König kein angegriffenes Feld betreten darf und weil die , der gemeinsame Zug mit König und Turm, kein angegriffenes Feld überqueren darf.
Bauern zeigen den Unterschied zwischen Ziehen und Angreifen besonders deutlich: Sie ziehen gerade vorwärts, greifen aber ein Feld schräg vor ihnen an. Türme, Läufer und Damen greifen entlang von Linien an, können jedoch keine dazwischenstehenden Figuren überspringen. Viele taktische Motive, etwa eine , bei der ein Zug mindestens zwei Ziele angreift, beruhen auf dieser Geometrie.
Häufige Verwechslungen
Eine gefesselte Figur greift nicht an
Nach den Regeln kann sie dennoch angreifen, obwohl sie nicht regelkonform ziehen kann, weil sie dadurch ihren König einem Angriff aussetzen würde.
Ein Bauer greift vorwärts an
Ein Bauer zieht gerade vorwärts auf ein leeres Feld, schlägt und greift aber schräg vorwärts an.
Quellen
- 1.Article 3: The Moves of the Pieces, FIDE Rules Commission
- 2.Leyes del Ajedrez 2023, FIDE Rules Commission
- 3.Glossary of Terms in the Laws of Chess, FIDE Rules Commission
