Erklärung
Eine Komposition enthält einen Dual, wenn nach ihrem ersten Zug zwei oder mehr Wege die angegebene Forderung erfüllen. Diese Forderung steht beim Diagramm und kann beispielsweise ein Matt innerhalb einer bestimmten Zugzahl verlangen.
In einem Direktmatt, in dem Weiß gegen jede Verteidigung Matt erzwingen muss, tritt der typische Fall nach einem schwarzen Zug auf: Zwei verschiedene weiße Züge setzen beide matt oder erhalten beide eine gleichwertig gültige Fortsetzung. Die Stellung bleibt lösbar, doch das weiße Spiel ist nicht mehr eindeutig. Weil dies die beabsichtigte Idee des Komponisten verwischen kann, gilt ein unbeabsichtigter Dual normalerweise als Mangel, besonders in einer Variante mit dem Hauptthema.
Wie schwer der Mangel wiegt, hängt von der Kompositionsart und seiner Stelle ab. Manche Formen dulden Duale in Nebenvarianten fernab der Hauptidee, andere verlangen strenge Eindeutigkeit. Das entsprechende positive Thema ist die , bei der mehrere Antworten möglich erscheinen, die Stellung aber alle bis auf eine ausschließt.
Häufige Verwechslungen
Dual und Cook
Ein Dual bietet alternative Fortsetzungen nach dem ersten Zug. Ein Cook ist ein unbeabsichtigter alternativer erster Zug, der das Problem ebenfalls löst und es normalerweise inkorrekt macht.
Quellen
- 1.Codex of Chess Compositions, World Federation for Chess Composition
- 2.Glossary of Chess Problem Terms, OzProblems
