Erklärung
Ein En-passant-Recht kann entstehen, wenn ein gegnerischer Bauer gerade von seinem ursprünglichen Feld einen ausgeführt hat und neben einem eigenen Bauern landet. Als unmittelbare Antwort darf der eigene Bauer ihn so schlagen, als wäre der gegnerische Bauer nur ein Feld vorgerückt.
Der Schlag hat eine ungewöhnliche Geometrie: Der schlagende Bauer zieht diagonal auf das Feld, das der gegnerische Bauer überquert hat, während der gegnerische Bauer von seinem benachbarten Zielfeld entfernt wird. Das Recht besteht nur, wenn der eigene König nach dem Schlag sicher ist, also nicht angegriffen bleibt.
Das Recht ist vorübergehend. Wählt der Spieler einen anderen Zug, verschwindet die Möglichkeit und kann später nicht genutzt werden. Deshalb können zwei Bretter mit denselben Figuren auf denselben Feldern für eine reklamation wegen Wiederholung verschieden sein. Diese erlaubt eine Reklamation, wenn dieselbe Stellung zum dritten Mal auftritt: In einer Stellung kann ein regelkonformer En-passant-Schlag möglich sein, in der anderen nicht.
Häufige Verwechslungen
Das Recht und der ausgeführte Schlag
Das Recht ist eine nur für einen Zug verfügbare Option. Der En-passant-Schlag ist der konkrete Zug, der diese Option nutzt.
Schlagen auf dem Zielfeld des gegnerischen Bauern
Der schlagende Bauer landet auf dem überquerten Feld, nicht auf dem Feld, auf dem der geschlagene Bauer zum Stehen kam.
Quellen
- 1.Article 3: The Moves of the Pieces, FIDE Rules Commission
- 2.Article 9: The Drawn Game, FIDE Rules Commission
