Erklärung
Die Tarrasch-Variante beginnt mit 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nd2. In der bedeutet Nd2, dass der Springer von b1 nach d2 zieht. Von dort schützt er e4. Da der Springer nicht nach c3 geht, erhält Schwarz nicht die typische Winawer-Stellung mit 3.Nc3 Bb4. In manchen Varianten ist ...Bb4 dennoch möglich, doch Weiß antwortet meist mit c3, und die Struktur ist eine andere.
Der Zug lässt auch den Bauern c2 für c3 frei, damit er d4 verstärken kann. Der Preis besteht darin, dass der Springer d2 den Läufer c1 vorübergehend blockiert und ein weniger aktives Feld als c3 besetzt. Weiß löst dies meist, indem der Springer g1 nach f3 oder e2 entwickelt und der Springer d2 später nach Klärung des Zentrums umgruppiert wird.
Schwarz besitzt zwei Hauptantworten. Mit 3...Nf6 greift es e4 an und erhält nach e5 häufig ein geschlossenes Zentrum. Mit 3...c5 fordert es d4 sofort heraus und kann nach Abtäuschen auf d5 offenere Stellungen erzeugen. In beiden Fällen sucht Schwarz innerhalb der aktiven Druck gegen das weiße Zentrum.
Nd2 vermeidet die Winawer-Variante, ordnet die weiße Entwicklung aber neu
Der Springerweg bestimmt die Variantenfamilie
Weiß kann auf verschiedene Weise schützen, doch jede gibt Schwarz andere Möglichkeiten.
Die erfordert 3.Nc3 Bb4. Mit 3.Nd2 vermeidet Weiß diese Struktur, nimmt aber eine langsamere Entwicklung der Figuren am Damenflügel in Kauf.
Häufige Verwechslungen
Tarrasch-Variante und Tarrasch-Verteidigung
Die Tarrasch-Variante gehört zur Französischen Verteidigung und beginnt mit 3.Nd2. Die Tarrasch-Verteidigung ist eine andere, mit dem Damengambit verbundene Eröffnung und führt nicht zur selben Stellung.
Quellen
- 1.French Defense: Tarrasch Variation, Chess.com
- 2.C03-C09 French, Tarrasch, 365Chess
- 3.French Defence, Wikipedia
