Erklärung
Die Goldmünzenpartie wurde 1912 in Breslau von Stefan Levitsky und Frank Marshall gespielt. Marshall führte Schwarz und beendete die Partie mit 23...Qg3, wobei er seine Dame auf ein Feld stellte, auf dem mehrere weiße Figuren sie scheinbar schlagen konnten. Die Notation 23... kennzeichnet den schwarzen Zug im 23. Zug, während Qg3 bedeutet, dass die Dame nach g3 zog.
Der Zug funktioniert, weil die scheinbaren Schlagmöglichkeiten an konkreten taktischen Folgen scheitern. Taktik bezeichnet forcierte Zugfolgen, die auf unmittelbaren Drohungen, Schachgeboten oder Materialgewinnen beruhen. Levitsky gab auf, erkannte also die Niederlage an, ohne das Matt abzuwarten. Die Stellung war nicht nach jeder möglichen Annahme des Damenopfers einfach ein erzwungenes Matt. Der Kern bestand darin, dass die Annahme der Dame zu entscheidenden Verlusten für Weiß führte.
Der Beiname stammt aus der Erzählung, Zuschauer hätten das Brett zu Ehren der Kombination mit Goldmünzen überschüttet. Historische Berichte widersprechen sich darin, ob dies geschah, wie viele Münzen beteiligt waren und wer sie geworfen haben könnte. Daher gehört die Geschichte zur Überlieferung und nicht zu den sicher belegten Tatsachen. Wie bei der verbindet sich der Ruhm einer echten Kombination mit einer späteren, schwerer überprüfbaren Erzählung.
Häufige Verwechslungen
Sofortiges erzwungenes Matt
Der Zug gewann entscheidend, doch seine Pointe ist nicht ein erzwungenes Matt nach jeder Annahme der Dame.
Ein nachgewiesener Münzregen
Die Geschichte ist berühmt, doch die historischen Fassungen widersprechen einander.
Quellen
- 1.Marshall's 'Gold Coins' Game, Chess Notes (Edward Winter)
