Erklärung
Der Traxler-Gegenangriff, auch Wilkes-Barre-Variante genannt, beginnt mit 4...Bc5, nachdem der weiße Springer g5 erreicht hat. Weiß greift f7 mit Springer und Läufer an, doch Schwarz verteidigt diesen Bauern nicht mit dem üblichen zentralen Zug ...d5. Stattdessen entwickelt Schwarz den Läufer nach c5 und zielt auf f2, ein empfindliches Feld neben dem weißen König.
Ein Gegenangriff beantwortet eine Drohung mit einer eigenen aktiven Drohung, statt sich nur zu verteidigen. In vielen Varianten kann Schwarz nach einem weißen Schlagzug auf f7 ...Bxf2+ spielen und Material geben oder opfern, um den weißen König in Gefahr zu ziehen. Das Schach erzwingt eine Antwort und kann Schwarz Zeit geben, Dame und Springer in den Angriff zu bringen.
Die Stellung ist äußerst konkret. Weiß kann Nxf7, Bxf7+ oder ruhigere Züge erwägen, doch jede Wahl verändert die verfügbaren schwarzen Schachs. Auch Schwarz erhält für das Risiko nicht automatisch genügend Aktivität. Genaues Rechnen ist erforderlich, weil f7 weiter unter Druck steht und der schwarze König noch im Zentrum ist.
Warum diese Variante anders ist
Der beginnt nach 4...d5 5.exd5 Nxd5. Der Traxler-Gegenangriff weicht früher mit 4...Bc5 ab. Er ist daher keine Antwort auf ein bereits auf f7 ausgeführtes Opfer, sondern eine frühere Entscheidung, die den gesamten Kampf verändert.
Verwendung und Kontext
Die Felder werden durch einen Linienbuchstaben und eine Reihenzahl bezeichnet. In der Beispielnotation steht N für Springer, B für Läufer, Q für Dame und K für König. Ein Zug ohne Figurenbuchstaben ist ein Bauernzug; x kennzeichnet einen Schlagzug, + ein Schach, und drei Punkte vor einem Zug bedeuten, dass Schwarz am Zug ist.
Häufige Verwechslungen
Er ist keine Antwort auf einen bereits begonnenen Fegatello-Angriff
Der Traxler-Gegenangriff wird durch 4...Bc5 bestimmt, bevor ...d5, exd5, ...Nxd5 und Nxf7 gespielt werden.
