Erklärung
Der Schachtürke war eine von Wolfgang von Kempelen gebaute Vorführmaschine, die erstmals 1770 gezeigt wurde. Sie stellte eine in osmanischer Kleidung sitzende Figur vor einem Schachbrett dar und schien ohne menschliche Hilfe spielen zu können.
Der Eindruck beruhte auf einer sorgfältig konstruierten Täuschung. Ein Schachspieler verbarg sich im Schrank, verfolgte die Brettstellung und steuerte die Figur über Mechanismen. Verschiebbare Tafeln und bewegliche Innenräume ermöglichten es, Teile des Schranks zu zeigen, ohne den Bediener preiszugeben.
Der Türke war kein Computer und berechnete keine Züge selbstständig. Seine historische Bedeutung liegt darin, eine Frage der Zukunft zum öffentlichen Schauspiel gemacht zu haben: ob eine Maschine denken und spielen könne. Jahrzehntelang regte er Debatten über Automatisierung, Intelligenz und Täuschung an, lange bevor echte Schachprogramme existierten.
Häufige Verwechslungen
Die erste Schachengine
Er berechnete keine Züge selbstständig. Jede schachliche Entscheidung stammte von der im Inneren verborgenen Person.
Quellen
- 1.Dare to Know: Chess in the Age of Reason, World Chess Hall of Fame
- 2.Debunking the Mechanical Turk Helped Set Edgar Allan Poe on the Path to Mystery Writing, Smithsonian Magazine
