Erklärung
François-André Danican Philidor (1726-1795) war Komponist und der berühmteste Schachspieler seiner Zeit. 1749 veröffentlichte er L'Analyse du jeu des Échecs, eine Abhandlung, die Schach als mehr als eine Folge von Angriffen darstellte. Er betonte besonders die Bauern und den Einfluss ihrer Anordnung auf offene Linien, verfügbare Felder und die Bewegungsfreiheit der übrigen Figuren.
Sein bleibender Beitrag bestand darin, die Stellung als eine Struktur zu betrachten, die schrittweise verbessert werden kann. Ein Bauer kann sich nur eingeschränkt bewegen und normalerweise nicht zurückziehen. Eine Bauernentscheidung kann deshalb langfristige Folgen haben. Philidor machte daraus eine strategische Idee: Vor einem Angriff sollte man verstehen, was die Stellung zusammenhält und was Bauernzüge verändern werden.
Nicht jede Empfehlung seines Buches gilt heute noch, doch sein analytischer Ansatz hatte großen Einfluss und nahm das systematischere Denken vorweg, das später entwickelte. Der Name Philidor erscheint auch in Eröffnungen, also Systemen früher Züge, und in Endspieltechniken bei wenigen verbleibenden Figuren. Aus dem Zusammenhang ergibt sich, ob die historische Person oder eine nach ihm benannte Schachidee gemeint ist.
Verwendung und Kontext
Philidor gehört in die Zeit vor der Einführung einer offiziellen Schachweltmeisterschaft.
Häufige Verwechslungen
Philidor und die Philidor-Verteidigung
Philidor ist der historische Spieler und Autor. Die Philidor-Verteidigung ist eine nach ihm benannte Eröffnung. Ein Hinweis auf das eine meint nicht zwangsläufig das andere.
Quellen
- 1.L'Analyse des Échecs, FIDE Open Chess Museum
- 2.Philidor: 'Pawns are the soul of chess', Edward Winter, Chess Notes
