Erklärung
Das Awerbach-System der Modernen Verteidigung kann über 1.d4 d6 2.c4 g6 3.Nc3 Bg7 4.e4 erreicht werden. Andere Zugfolgen beginnen mit 1.e4. Weiß besetzt das Zentrum mit drei Bauern, während Schwarz den Läufer durch ein Fianchetto nach g7 entwickelt. Dabei zieht der g-Bauer vor, und der Läufer wird hinter ihm auf der langen Diagonale aufgestellt.
Die Zugfolge ist in geschrieben: Felder wie e4 verbinden den Buchstaben der Linie mit der Zahl der Reihe; N steht für Springer, B für Läufer, R für Turm und Q für Dame; Bauernzüge zeigen gewöhnlich nur ihr Zielfeld, x kennzeichnet einen Schlagzug und + ein Schach. Die Züge werden paarweise gelesen, zuerst Weiß und dann Schwarz; Punkte vor einem einzeln gezeigten Zug bedeuten, dass Schwarz am Zug ist.
Weiß gewinnt Raum, kontrolliert also mehr Felder und gibt den Figuren hinter den Bauern größere Freiheit. Dasselbe Zentrum kann jedoch zum Angriffsziel werden. Schwarz greift es häufig mit Bauernhebeln wie ...e5, ...c5 oder in manchen Varianten ...f5 an. Diese Vorstöße sollen die weißen Bauern herausfordern und Wege für die Figuren öffnen.
Es heißt System, weil dieselbe Bauernformation durch mehrere Zugfolgen entstehen kann und Schwarz verschiedene Möglichkeiten für den Springer g8 behält. Je nach Stellung kann er nach f6, e7 oder h6 ziehen. Spielt Schwarz später ...Nf6, kann die Partie transponieren, also über eine andere Zugfolge eine bekannte Stellung erreichen. Manche Varianten ähneln der Königsindischen Verteidigung oder der Benoni-Verteidigung, anderen Eröffnungen, in denen Schwarz Weiß zunächst mehr Raum im Zentrum lässt und anschließend die weißen Bauern angreift.
Weiß sollte nicht automatisch jeden Zentralbauern weiter vorziehen. Ein großes Zentrum benötigt Figurenunterstützung und kann zusammenbrechen, wenn es geöffnet wird, bevor der König sicher ist. Schwarz darf ebenfalls nicht nur abwarten, weil der weiße Raumvorteil sonst dauerhaft werden kann. Die teilt die Idee, Weiß ein Zentrum zu überlassen, enthält aber ein frühes ...Nf6 und schafft andere Möglichkeiten.
Häufige Verwechslungen
Nicht genau das Awerbach-System der Königsindischen Verteidigung
Das Abspiel kann in königsindische Stellungen transponieren, doch dieser Begriff bezeichnet die Zugfolge der Modernen Verteidigung mit dem breiten weißen Zentrum und ohne frühes ...Nf6.
Quellen
- 1.Modern Defense: Averbakh Variation, Chess.com
- 2.Modern Defense: Averbakh System, Lichess
- 3.The Modern Defense and its Ideas, ChessBase
