Erklärung
Die Anglo-Slawische Variante entsteht, wenn Schwarz gegen eine Réti- oder englische Zugfolge Bauern auf c6 und d5 aufstellt. Der Bauer auf c6 stützt d5 und schafft eine solide Struktur. Weiß belässt den d-Bauern unterdessen gewöhnlich mehrere Züge lang auf d2.
Das Aufschieben von d4 erlaubt Weiß, die Entwicklung an den schwarzen Aufbau anzupassen. Weiß kann mit g3 und Bg2 einen Läufer auf eine lange Diagonale stellen oder mit b3 und Bb2 den anderen Läufer entwickeln. In beiden Fällen wird das Zentrum aus der Entfernung unter Druck gesetzt, bevor Weiß entscheidet, ob es mit Bauern besetzt wird.
Die Entscheidung im Zentrum
Spielt Weiß d4 und entspricht die Stellung einer Slawischen Verteidigung, ist die Partie transponiert, das heißt, dieselbe Stellung wurde über eine andere Zugfolge erreicht. Bleibt der Bauer auf d2 und setzt Weiß mit d3, b3 oder Druck auf d5 fort, behält die Partie einen eigenständigen Réti-Charakter.
Das teilt die Fianchetto-Idee, also die Läuferentwicklung auf einer langen Diagonale nach dem Zug des benachbarten Bauern, und schiebt ebenfalls d4 auf. Schwarz stützt d5 dort jedoch gewöhnlich mit ...e6. In der Anglo-Slawischen Variante sind ...c6 und ...d5 die wichtigsten Strukturmerkmale. Im Vergleich zur bleibt der schwarze d-Bauer auf d5, statt nach d4 vorzurücken.
Häufige Verwechslungen
Anglo-Slawisch und Slawische Verteidigung
Die Anglo-Slawische Variante beginnt über eine Réti- oder englische Zugfolge und schiebt d4 gewöhnlich auf. In einer konventionellen Slawischen Verteidigung steht bereits ein weißer Bauer auf d4.
Quellen
- 1.Réti Opening: Anglo-Slav Variation, Lichess
- 2.Lichess chess-openings dataset - ECO volume A, Lichess
- 3.Réti Opening, Chess.com
