Erklärung
Die Mieses-Variante entsteht, wenn Schwarz den Springer von g8 nach f6 zieht, geschrieben 4...Nf6, und den weißen Bauern e4 angreift. Der weiße Springer auf d4 schlägt anschließend den Springer auf c6, Schwarz schlägt meist mit dem Bauern von b7 zurück, und Weiß zieht den Bauern von e4 nach e5 vor, um den Springer f6 anzugreifen. Die Folge zwingt beide Seiten sehr früh zu konkreten Entscheidungen.
Was beide Seiten erhalten
- Weiß gewinnt mit dem Bauern e5 Raum und zwingt den schwarzen Springer, ein anderes Feld zu suchen. Der Bauer kann die schwarzen Figuren zudem eine Zeit lang einschränken.
- Schwarz bleibt mit zwei Bauern auf der c-Linie zurück, die Doppelbauern heißen, weil sie auf derselben Linie stehen. Außerdem erhält Schwarz eine halboffene b-Linie: Dort steht kein schwarzer Bauer mehr, sodass ein Turm b2 unter Druck setzen kann. Dafür bekommt Schwarz Angriffsziele im weißen Zentrum, und der vorgerückte Bauer e5 kann Schutz benötigen.
Raumgewinn bedeutet nicht, dass die Partie gewonnen ist. Weiß hat mehrere Bauern und denselben Springer gezogen, bevor die Entwicklung abgeschlossen ist, also bevor die übrigen Figuren ihre Ausgangsfelder verlassen haben. Auch der König muss geschützt werden. Die verwendet 4...Bc5 gegen den Springer d4, während das durch ein Bauernangebot Aktivität sucht.
Quellen
- 1.Scotch Game: Schmidt, Mieses Variation, Chess.com
- 2.Scotch Game, Chess.com
- 3.Scotch Game: Mieses Variation, Lichess
