Erklärung
Das kennzeichnende Merkmal des Sosin-Angriffs ist Bc4. Von c4 aus zielt der Läufer auf f7, einen Bauern, der zu Beginn nur vom schwarzen König gedeckt wird. Das erzeugt keine unmittelbare Mattdrohung, zwingt Schwarz aber dazu, mögliche Opfer, Springersprünge und Linienöffnungen gegen dieses Feld ständig zu prüfen.
Weiß entwickelt die übrigen Figuren häufig mit Be3, Qe2 oder Qf3 sowie f4 und entscheidet sich anschließend für eine der beiden Rochadeseiten. Der Standort des Königs hängt von der schwarzen Bauernstruktur ab. Die lange Rochade bringt den weißen König nach c1 und unterstützt einen Bauernangriff gegen den Flügel, auf dem der schwarze König gewöhnlich steht. Die kurze Rochade bringt den König nach g1, verringert einige Risiken und kann zu einem Kampf führen, der stärker auf d4, e4, d5 und e5 konzentriert ist.
Schwarz antwortet meist mit ...e6, ...Be7 und kurzer Rochade und sucht dann Gegenspiel, also eigene Drohungen, durch ...d5, ...b5 oder Druck auf das Zentrum. Der Läufer auf c4 ist aktiv, doch ein Angriff auf ihn kann ihn zu einem weiteren Zug zwingen und Schwarz zugleich erlauben, eine Figur zu verbessern. Sein Wert hängt daher davon ab, ob er Drohungen erzeugt, bevor Schwarz ihn vertreibt.
Der Name Sosin bezeichnet eine Familie von Stellungen mit dem Läufer auf c4 und keine starre einzelne Zugfolge. Der ist eine besonders aggressive Fortsetzung, die Be3 und Qe2 hinzufügt, gewöhnlich mit der Absicht, lang zu rochieren.
Verwendung und Kontext
Die Züge werden in angegeben: K steht für König, Q für Dame, R für Turm, B für Läufer und N für Springer; x kennzeichnet eine Aufnahme, + ein Schach, O-O die kurze Rochade und O-O-O die lange Rochade. Ein Bauernzug wird nur mit seinem Zielfeld notiert.
Häufige Verwechslungen
Eine unmittelbare Drohung gegen f7
Bc4 erzeugt Druck und taktische Motive, doch f7 fällt nicht von allein. Die übrigen weißen Figuren müssen mitwirken.
Quellen
- 1.lichess-org/chess-openings, Lichess
- 2.Sicilian Defense: Open, Classical, Sozin Attack, Chess.com
