Erklärung
Savielly Tartakower führte fast ein halbes Jahrhundert lang eine internationale Laufbahn. Zu seinen bedeutenden Siegen zählten Wien 1923, zwei aufeinanderfolgende Turniere in Hastings und Lüttich 1930. Er wurde zweimal polnischer Meister und half Polen, bei der 1930 in Hamburg Mannschaftsgold zu gewinnen.
Sein Denken verband zwei Epochen. Er kannte die klassischen Grundsätze von Entwicklung und Zentrumsbesetzung, übernahm aber hypermoderne Ideen, die von Spielern wie vorangetrieben wurden. Er war bereit, Raum abzugeben oder dem Gegner die Besetzung des Zentrums zu gestatten, wenn er anschließend Gegenspiel schaffen konnte, also aktive Drohungen, die den Gegner zu Reaktionen zwangen.
Tartakower war außerdem Journalist, Autor und Analytiker. Seine Partiekommentare verbanden konkrete Varianten mit strategischen Erklärungen, während seine kurzen Beobachtungen über das Schach berühmt wurden. Mehrere Eröffnungen und Varianten tragen seinen Nachnamen, doch sein kulturelles Vermächtnis ist umfassender: Er prägte den Wortschatz mit, durch den Generationen von Spielern lernten, komplexe Stellungen zu beschreiben.
Quellen
- 1.Remembering the unforgettable Savielly Tartakower (21 February, 1887 – 4 February, 1956), ChessBase
- 2.Savielly Tartakower, Chess Notes (Edward Winter)
