Erklärung
In der Wiener Partie entwickelt Weiß nach dem Vorstoß beider Königsbauern zunächst den Springer von b1 nach c3. In dieser Variante zieht Weiß außerdem den Läufer nach c4, worauf der schwarze Springer auf f6 den weißen Bauern e4 schlägt, geschrieben 3...Nxe4. Schwarz gewinnt einen Bauern, doch der weiße Läufer auf c4 zielt bereits auf f7, ein Feld nahe dem schwarzen König. Die kritische Antwort bringt die weiße Dame nach h5, geschrieben 4.Qh5, und greift f7 sowie e5 an. Schwarz benötigt deshalb gewöhnlich ...Nd6, das f7 verteidigt und den Springer aus der Gefahrenzone zieht.
In der Hauptvariante kann der weiße Springer nach c7 und anschließend nach a8 springen und dabei einen Turm schlagen. Das Problem ist, dass dieser Springer in der Ecke eingeschlossen werden kann. Schwarz nimmt einen vorübergehenden Rückstand an Bauern oder Figuren in Kauf, um die Figuren schnell zu entwickeln, Linien zu öffnen und Drohungen gegen den weißen König zu schaffen. Solche Vorteile als Gegenwert für verlorenes oder geopfertes Material heißen Kompensation.
Ein weiterer verlockender Zug ist 4.Nxe4, doch ...d5 kann eine erzeugen. Dabei greift ein Bauer gleichzeitig den Läufer auf c4 und den Springer auf e4 an. Der eindrucksvolle Name beschreibt den Charakter der Variante, nicht ein erzwungenes Ergebnis. Wie im können Tempo und Drohungen wichtiger sein als das Zählen von Bauern, aber nur solange diese Drohungen tatsächlich bestehen.
Häufige Verwechslungen
Eine erzwungene Falle
Die Variante erzwingt für keine Seite einen Sieg. Es handelt sich um eine analysierte Stellung, in der beide Spieler konkrete Ressourcen besitzen und Fehler schnell bestraft werden.
Quellen
- 1.Vienna Game Frankenstein-Dracula Variation: 3...Nxe4, ChessWorld.net
- 2.Vienna Game: Frankenstein-Dracula Variation, Chess.com
- 3.Vienna Game: Frankenstein-Dracula Variation, Lichess
