Virtuelles Spiel

Thematisches Spiel in hypothetischen Möglichkeiten einer Komposition, das nicht zum tatsächlich ausgeführten Lösungsverlauf gehört.

Erklärung

Virtuelles Spiel besteht aus Varianten, die eine Komposition enthält und zur Untersuchung anbietet, die aber nicht zum realen Spiel gehören, das mit dem richtigen Schlüsselzug, dem ersten Zug der Lösung, beginnt. Eine Phase ist ein eigener Inhaltsabschnitt aus einer zusammengehörigen Gruppe von Varianten. Der Vergleich von Phasen zeigt Änderungen bei Antworten, Mattzügen, also Zügen, nach denen der König angegriffen ist und keine legale Antwort hat, oder bei Figurenfunktionen.

Häufige Formen

  • Satzspiel zeigt, was geschehen würde, wenn die am Zug befindliche Seite passen könnte. Die Antworten sind schon im Diagramm vor dem tatsächlichen ersten Zug vorbereitet.
  • Verführungsspiel beginnt mit einem Zug, der das Problem beinahe löst, aber an genau einer Verteidigung scheitert, der Widerlegung. Auch die Varianten nach dieser Verführung tragen zum thematischen Inhalt bei.

Der Begriff wird nicht in allen Traditionen gleich weit gefasst. Der Kompositionskodex zählt Satzspiel, Verführungsspiel und ähnliches Material zum virtuellen Spiel, während manche Glossare ihn enger als anderes Wort für Verführungsspiel verwenden. Daher ist der Gebrauch der jeweiligen Quelle oder des Komponisten maßgeblich.

Virtuelles Spiel gewinnt seine Bedeutung besonders im Vergleich mit dem realen Spiel, das die , also die beim Diagramm angegebene Aufgabe, verlangt. Dieselben Verteidigungen können in mehreren Phasen unterschiedliche Antworten erhalten. Dieser Vergleich bildet die Grundlage von Wechselthemen wie dem .

Häufige Verwechslungen

Virtuell bedeutet nicht beliebig

Es handelt sich nicht um irgendeine vom Löser erdachte Variante. Sie muss aus einer strukturierten, erkennbaren Möglichkeit innerhalb der Komposition entstehen.

Quellen

  1. 1.Codex of Chess Compositions, World Federation for Chess Composition
  2. 2.Glossary of Chess Problem Terms, OzProblems

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