Erklärung
Flagging bezeichnet gewöhnlich den Versuch, den Gegner über die Zeit gehen zu lassen, meist mit dem Ziel, die Partie zu gewinnen. Der Name stammt von analogen Schachuhren, bei denen nach Ablauf der Bedenkzeit ein kleines Fähnchen fällt. Im schnellen Online-Schach wird der Begriff auch als Verb verwendet: Jemanden zu flaggen bedeutet, so zu spielen, dass dessen Uhr vor der eigenen null erreicht.
Die Brettstellung bleibt wichtig. Nach den Schachregeln des Weltschachverbands FIDE verliert ein Spieler gewöhnlich, wenn seine Zeit abläuft. Die Partie ist jedoch remis, wenn der Gegner durch keine mögliche Folge legaler Züge mattsetzen könnte. Ein Zeitablauf garantiert dem anderen Spieler daher nicht in jeder Stellung automatisch den Sieg.
Flagging ist besonders im Blitz und Bullet sichtbar, bei denen Sekundenbruchteile entscheiden können. Ein Spieler kann Entscheidungen vereinfachen, leicht ausführbare Züge wählen oder mit einem einen Zug eingeben, bevor der Gegner seinen Zug beendet, um Zeit zu sparen. Diese Geschwindigkeit erhöht auch die Gefahr eines , eines versehentlichen Zuges durch Maus- oder Touchscreen-Eingabe.
Verwendung und Kontext
Im informellen Gebrauch kann Flagging sowohl einen Sieg auf Zeit als auch die bewusste Strategie bezeichnen, die gegnerische Uhr unter Druck zu setzen.
Häufige Verwechslungen
Flagging und Brettvorteil
Eine Gewinnstellung verhindert keine Zeitüberschreitung. Die Uhr ist eine vom Material und von der Stellungsbewertung unabhängige Bedingung.
Quellen
- 1.Flagging, Chess.com
- 2.FIDE Laws of Chess taking effect from 1 January 2023, FIDE
