Erklärung
Ein Sieg durch Regelentscheid wird zugesprochen, wenn der Gegner nach den Regeln verlieren muss und der Spieler den Sieg erhält, ohne dass die Partie auf dem Brett auf die übliche Weise entschieden wird. Dies kann vor dem ersten Zug geschehen, etwa wenn der Gegner nach Ablauf der eintrifft, oder während der Runde nach einem Verstoß, für den das Reglement den Partieverlust vorsieht. Der Schiedsrichter, der die Wettbewerbsregeln anwendet, bestätigt das Ergebnis.
Sofern das Wettbewerbsreglement kein anderes Wertungssystem vorsieht, zählt ein Sieg, auch ein Sieg durch Regelentscheid, einen Punkt. In Berichten zu nicht gespielten Partien bedeutet +/-, dass Weiß kampflos gewinnt, und -/+, dass Schwarz kampflos gewinnt. Diese Zeichen sind Ergebniscodes und keine Züge auf dem Brett.
Ein ohne Spiel zugesprochener Sieg wird nicht für die Wertungszahl des Weltschachverbands (FIDE) berücksichtigt, also für die offizielle zahlenmäßige Einschätzung der Spielstärke. Er kann dennoch in die Rangliste und in bestimmte Feinwertungen einfließen, mit denen Spieler mit derselben Punktzahl geordnet werden. Der Gegner erhält den entsprechenden .
Verwendung und Kontext
Der Begriff erscheint in Ranglisten, Schiedsrichterberichten und Auslosungsprogrammen, wenn eine Runde einen Sieger hervorbringt, ohne dass eine Partie auf übliche Weise abgeschlossen wurde.
Häufige Verwechslungen
Regulärer Sieg
Ein regulärer Sieg entsteht in einer gespielten Partie, etwa durch Matt, Aufgabe oder Zeitüberschreitung. Ein Sieg durch Regelentscheid beruht auf einer Wettbewerbsregel oder Entscheidung.
Begriff anzeigenKampfloser Sieg
Ein kampfloser Sieg bezeichnet gewöhnlich den engeren Fall, dass die Partie nicht beginnt, weil der zugeteilte Gegner nicht erscheint oder nicht spielen kann. Der Sieg durch Regelentscheid ist die umfassendere Kategorie.
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