Erklärung
Der Königssprung war keine in ganz Europa identische Regel, sondern eine Familie mittelalterlicher Regeln. Er erlaubte dem König einmal einen längeren Zug, gewöhnlich als seinen ersten Zug. In vielen Fassungen zog der König zwei Felder, doch die erlaubten Zielfelder und Einschränkungen unterschieden sich nach Ort und Zeit.
Der praktische Zweck bestand darin, den König schnell aus dem Zentrum zu bringen. Die Quellen stimmen jedoch nicht immer darin überein, ob Figuren dazwischenstehen durften, ob angegriffene Felder betreten werden konnten oder ob Schlagen erlaubt war. Deshalb kann keine einzelne moderne Zugfolge alle historischen Formen darstellen.
Diese Regeln trugen zur Entwicklung der Rochade bei. Im modernen Schach werden bei der Rochade König und ein Turm unter genau festgelegten Bedingungen in einem einzigen Zug bewegt. Beim mittelalterlichen Sprung zog gewöhnlich nur der König, und nach heutigen Regeln ist er nicht zulässig.
Häufige Verwechslungen
Königssprung und Rochade
Der Sprung war eine variable historische Regel. Die Rochade ist der standardisierte moderne Zug, an dem König und Turm beteiligt sind.
Quellen
- 1.The Evolution of Modern Chess Rules: Castling, US Chess
- 2.Castling in Chess, Chess Notes
- 3.The Oxford Companion to Chess, Oxford University Press
