Erklärung
Im Kriegspiel kennt jeder Spieler seine eigenen Figuren, kann aber die vollständige gegnerische Stellung nicht sehen. Ein Schiedsrichter verwaltet das tatsächliche Brett und bestimmt, welche Informationen jeder Teilnehmer erhält. Beim traditionellen Spiel mit physischen Brettern verwenden die Spieler eigene Bretter und der Schiedsrichter ein drittes verborgenes Brett. Digitale Software übernimmt dieselbe Aufgabe automatisch.
So wird ein Zug ausgeführt
- Der Spieler schlägt anhand der derzeit verfügbaren Informationen einen Zug vor.
- Der Schiedsrichter prüft die vollständige Stellung. Ist der Versuch illegal, wird dies mitgeteilt und der Spieler muss einen anderen Zug versuchen.
- Wird ein legaler Zug angenommen, aktualisiert der Schiedsrichter die tatsächliche Stellung und gibt nur die nach diesem Regelwerk zulässigen Tatsachen bekannt.
Nach den englischen Regeln des Gambit Club nennt eine Schlagansage das Feld, auf dem geschlagen wurde, bezeichnet aber normalerweise weder die schlagende noch die geschlagene Figur. Steht der König im Schach, also unter Angriff, gibt der Schiedsrichter auch die allgemeine Angriffslinie bekannt: Linie, also senkrechte Spalte, Reihe, lange Diagonale, kurze Diagonale oder Springer. Unter bestimmten Bedingungen darf ein Spieler fragen, ob einer seiner Bauern schlagen kann.
Illegale Versuche sind nicht bloß Verfahrensfehler. Sie können Informationen liefern. Versucht ein Turm, eine Linie zu überqueren, und der Schiedsrichter weist den Zug zurück, erfährt der Spieler, dass irgendein Hindernis oder eine Einschränkung besteht, ohne deren genaue Ursache zu kennen. Die Wahl dessen, was geprüft wird, gehört zur Strategie.
Das Ziel bleibt Schachmatt, also ein Angriff auf den König ohne legale Antwort. Der Schiedsrichter, der die vollständige Stellung sieht, erklärt das Ergebnis. Das Schlagen des Königs ist nicht die gewöhnliche Siegbedingung.
Für Kriegspiel gibt es mehrere veröffentlichte Regelwerke, darunter English, Berkeley, Cincinnati und Wild 16. Sie unterscheiden sich in Einzelheiten wie der Frage, wer einen illegalen Versuch hört, wie Schlagzüge angesagt werden und welche Bauerninformationen verfügbar sind. Die Spieler müssen sich vor Beginn auf ein Regelwerk einigen.
Kriegspiel unterscheidet sich von in der Art der Informationsvermittlung. Fog of War zeigt einen Teilbereich entsprechend der Reichweite der Figuren. Kriegspiel beruht auf Zugversuchen und einzelnen Mitteilungen des Schiedsrichters.
Häufige Verwechslungen
Es ist kein Blindschach
Der Spieler erinnert sich nicht an eine zuvor sichtbare Stellung. Die gegnerischen Standorte sind regelbedingt verborgen und werden aus Ansagen erschlossen.
Es gibt kein einziges Ansagesystem
Kriegspiel-Formen teilen verborgene Informationen und einen Schiedsrichter, unterscheiden sich aber in ihren genauen Mitteilungen.
Quellen
- 1.English kriegspiel rules / Gambit club rules, Kriegspiel.org
- 2.Rules comparison, Kriegspiel.org
