Erklärung
Ein ist eine Stellung, in der die Pflicht zu ziehen schadet. Könnte man aussetzen, wäre die Stellung besser. Beim beiderseitigen Zugzwang benachteiligt dieselbe Figurenanordnung die jeweils am Zug befindliche Seite. Allein der Wechsel des Zugrechts kann einen Sieg in ein Remis oder ein Remis in eine Niederlage verwandeln.
In der tatsächlichen Stellung zieht nur ein Spieler und nur er leidet in diesem Moment unter der Pflicht. Beiderseitig bezeichnet eine Eigenschaft der Stellung: Wäre die andere Seite am Zug, müsste auch sie ein Zugeständnis machen. Deshalb kann ein einziger Wartezug entscheiden.
Wie er entsteht
Er tritt häufig in Endspielen mit wenigen Bauern und aktiven Königen auf. Zwei Könige kämpfen um Einbruchsfelder, während jeder Bauernzug einen verfügbaren Zug verbraucht. Ein Spieler versucht, einen Reservezug zu bewahren, der kritische Punkte nicht verändert, oder eine Route zu gehen, die eine ähnliche Stellung mit vertauschtem Zugrecht herstellt.
Das Trébuchet ist eine extreme Form im Bauernendspiel: Könige und Bauern stehen so, dass die zuerst ziehende Seite ihren Bauern aufgeben muss und den Gegner gewinnen lässt. Nicht jeder beiderseitige Zugzwang ist so absolut. Manche ändern die Bewertung nur zwischen Gewinn und Remis.
Häufige Verwechslungen
Beiderseitig bedeutet gleichzeitiges Ziehen
Schach bleibt zugbasiert. Die Stellung heißt beiderseitig, weil jede Seite im Nachteil wäre, wenn sie ziehen müsste.
Jeder Zugzwang ist beiderseitig
Beim normalen Zugzwang leidet nur eine Seite, wenn sie zieht. Beim beiderseitigen schadet die Zugpflicht beiden Seiten.
Quellen
- 1.Zugzwang, Chess Programming Wiki
- 2.What is Zugzwang in Chess?, Chess.com
- 3.Zugzwang, Wikipedia
