Erklärung
In einem Selbstmatt beginnt Weiß, verfolgt aber ein dem normalen Schach entgegengesetztes Ziel: Schwarz soll gezwungen werden, den weißen König mattzusetzen. Schwarz arbeitet nicht mit, sondern versucht, dieses Matt zu vermeiden. Weiß muss es gegen jede Verteidigung erzwingen.
Die übliche Schreibweise ist s#n. Die Zahl gibt an, wie viele Weiß-Züge verfügbar sind, um einen abschließenden Mattzug von Schwarz zu erzwingen. Wie beim , wo Schwarz ebenfalls widersteht, aber der schwarze König mattgesetzt werden soll, ist Zwang die zentrale Idee: Der Gegner wehrt sich und kann das geforderte Ergebnis dennoch nicht verhindern.
Dadurch unterscheidet sich das Selbstmatt klar vom , bei dem Schwarz und Weiß zusammenarbeiten. Selbstmattprobleme können auch virtuelle Phasen enthalten, also thematische Varianten, die untersucht werden, aber nicht die eigentliche Lösung sind: Ein ist ein falscher erster Zug, der an einer Widerlegung scheitert, und das zeigt bereits vor dem tatsächlichen ersten Zug vorbereitete Antworten.
Häufige Verwechslungen
Hilfsmatt
Beim Hilfsmatt wollen beide Seiten das Matt des schwarzen Königs erreichen. Im Selbstmatt widersetzt sich Schwarz dem Matt des weißen Königs, und Weiß muss Schwarz dazu zwingen.
Einfach absichtlich verlieren
Schlechtes Spiel oder Materialabgabe reicht nicht aus. Die Aufgabe verlangt eine erzwungene Folge, die innerhalb der Forderung genau mit dem Matt des weißen Königs endet.
Quellen
- 1.Codex of Chess Compositions, World Federation for Chess Composition (WFCC)
- 2.Glossary of Chess Problem Terms, OzProblems
- 3.Estipulaciones y varios, Unión Argentina de Problemistas de Ajedrez
