Shatranj

Eine mittelalterliche persische und islamische Form des Schachs mit ähnlichem Brett und Aufbau, aber mehreren anderen Figurenbewegungen und Regeln.

Erklärung

Shatranj ist eine historische Schachform, die in Persien übernommen und weiterentwickelt wurde und sich in der islamischen Welt weit verbreitete. Sie gehört zu einer sehr frühen Phase der Spielgeschichte und war eine der entscheidenden Formen, über die Schach später Europa erreichte. Gespielt wurde auf einem acht mal acht Felder großen Brett mit einer Figurenaufstellung, die dem modernen Schach im Wesentlichen ähnelte.

Ähnlich bedeutet nicht identisch. An der Stelle der heutigen Dame stand der Farzin, ein Berater oder Wesir, der nur ein Feld diagonal ziehen konnte. Auch andere Figuren hatten andere Zugmöglichkeiten als heute. Die , bei der heute König und Turm unter bestimmten Bedingungen in einem Zug bewegt werden, gab es in ihrer modernen Form noch nicht.

Im mittelalterlichen Shatranj entstanden eigene Meister, Analysen und komponierte Stellungen. Über die Jahrhunderte änderten sich die Regeln. Im Europa des 15. Jahrhunderts erhielt die Figur, aus der die Dame wurde, ihre mächtigen modernen Zugmöglichkeiten; die moderne Rochade entstand später. Shatranj zeigt daher, dass die heutigen Schachregeln aus einer langen Entwicklung und nicht aus einer einzigen Erfindung hervorgingen.

Verwendung und Kontext

Shatranj gehört in eine Zeit lange vor modernen Schachdenkschulen wie der und der .

Häufige Verwechslungen

Modernes Schach mit alten Figurennamen

Shatranj hatte dasselbe Brett und einen großen Teil der Schachstruktur, doch mehrere Figuren zogen anders und wichtige moderne Regeln waren noch nicht entwickelt.

Eine einzige, lückenlos belegte Erfindungsgeschichte

Mittelalterliche Quellen vermischen historische Belege mit Legenden. Die Überlieferung von Indien nach Persien und weiter durch die islamische Welt ist besser belegt als viele Geschichten, die einen einzelnen Erfinder nennen.

Quellen

  1. 1.Shatranj, Open Chess Museum, FIDE
  2. 2.CHESS, Encyclopaedia Iranica

Verwandte Begriffe

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