Erklärung
Bei der Analyse einer Partie folgt man nicht immer nur dem, was gespielt wurde. Eine Variante beginnt, wenn ein Zug von der Fortsetzung der abweicht. Anschließend werden legale Antworten ergänzt, um zu zeigen, was folgen könnte.
Der erste abweichende Zug eröffnet den Ast, die folgenden Züge führen ihn weiter. Eine Variante kann nur einen Zug umfassen oder sich über viele Züge erstrecken. Sie kann menschliche Analyse, Ideen für die Eröffnung, also die erste Phase einer Partie, eine Lösung für eine konkrete Stellung oder eine von Software berechnete Linie darstellen. Der Begriff sagt nicht von selbst, dass die Alternative besser ist, sondern nur, dass sie untersucht wird.
In einer kommentierten Partie stehen Varianten meist in Klammern. In Portable Game Notation (PGN), dem Textformat zum Austausch von Partien zwischen Programmen, werden diese Äste als codiert, die wiederum Untervarianten enthalten können.
Verwendung und Kontext
In Eröffnungsnamen kann Variante auch die etablierte Bezeichnung eines Astes sein. In einer kommentierten Partie kann jede legale Alternativlinie als Variante dienen.
Häufige Verwechslungen
Variante und Hauptvariante
Die Hauptvariante ist der für die Darstellung gewählte zentrale Weg. Eine Variante verlässt diesen Weg in einer bestimmten Stellung und untersucht eine andere Fortsetzung.
Begriff anzeigenQuellen
- 1.Standard: Portable Game Notation Specification and Implementation Guide, rec.games.chess contributors, coordinated by Steven J. Edwards
- 2.Variations, ChessBase
