Erklärung
Die Wiederherstellung der Stellung wird angewandt, wenn eine Regelwidrigkeit verlangt, die Partie zurückzusetzen. Ziel ist es, die Stellung unmittelbar vor dem Problem zu rekonstruieren, etwa die Stellung vor einem regelwidrigen Zug. Lässt sie sich nicht zuverlässig bestimmen, wird zur letzten früheren Stellung zurückgekehrt, die sich feststellen lässt.
Wiederherstellung bedeutet weder zu raten noch automatisch eine neue Partie zu beginnen. Der Schiedsrichter leitet die Rekonstruktion und kann Partieformulare, auf denen die Züge notiert wurden, übereinstimmende Erinnerungen der Spieler und andere verlässliche Informationen heranziehen. Ist die Stellung wiederhergestellt, kann ein Spieler, der eine Figur berührt hatte, weiterhin verpflichtet sein, sie zu ziehen. Der Ersatzzug muss außerdem die Regeln dazu einhalten, wann ein Zug als gilt.
Nicht nur das Brett kann eine Korrektur erfordern. Der Schiedsrichter entscheidet, welche Zeiten die Uhren anzeigen sollen, und kann den anpassen, also den Mechanismus der Uhr, der erfasst, wie oft jede Seite betätigt wurde. Die verbrauchte Zeit wird nicht immer exakt wiederhergestellt, weil die Schachregeln dem Schiedsrichter auferlegen, anhand der verfügbaren Belege nach bestem Ermessen zu entscheiden.
Anschließend wird die Partie aus der wiederhergestellten Stellung fortgesetzt. Das Verfahren korrigiert den Partiezustand, macht den regelwidrigen Zug jedoch nicht regelkonform und hebt eine anwendbare Strafe nicht auf.
Häufige Verwechslungen
Wiederherstellung ist nicht immer ein Neustart
Meist wird die bestehende Partie aus einer bestimmbaren früheren Stellung fortgesetzt. Nur bestimmte Regelwidrigkeiten erfordern eine neue Partie.
Quellen
- 1.Article 7: Irregularities, FIDE Rules Commission
- 2.Article 11: The Conduct of the Players, FIDE Rules Commission
