Retroanalyse

Auch bekannt als: Retrogradanalyse, Retrograde Analyse

Rückwärts gerichtetes Schlussfolgern darüber, welche früheren Züge oder Ereignisse mit der aktuellen Stellung und legalem Schachspiel vereinbar sind.

Erklärung

Die Retroanalyse beginnt bei einer Stellung und fragt nach ihrer Vergangenheit. Statt zu berechnen, was als Nächstes geschehen könnte, leitet sie aus den Schachregeln ab, was vorher geschehen sein muss, geschehen sein könnte oder unmöglich ist.

Eine orthodoxe Stellung nach normalen Schachregeln ist legal, wenn sie durch legale Züge aus der Anfangsstellung erreicht werden kann. Daraus kann ein Retroproblem Fragen ableiten: Was war der letzte Zug? Welche Figuren wurden geschlagen oder umgewandelt? Wer ist am Zug? Können nach dem bisherigen Spiel noch Sonderrechte wie Rochade oder en passant bestehen? Jede Folgerung muss aus überprüfbaren Einschränkungen des Diagramms hervorgehen.

Eine ist eng verwandt: Eine legale Zugfolge zum Diagramm beweist, dass dieser Weg möglich ist. Die Retroanalyse kann aber auch zeigen, dass bestimmte Vorgeschichten unmöglich sind oder ein vergangenes Ereignis notwendig war. Das lässt sich nicht allein durch eine mögliche Partie beweisen.

Häufige Verwechslungen

Retroanalyse im Computerschach

Im Computerschach kann Retroanalyse auch die Rückwärtsberechnung aus bereits gelösten Endspielen bezeichnen, etwa zum Aufbau von Endspieldatenbanken. Hier bedeutet sie kompositorisches Schlussfolgern über die legale Vorgeschichte einer Stellung.

Quellen

  1. 1.Codex of Chess Compositions, World Federation for Chess Composition (WFCC)
  2. 2.The Retrograde Analysis Corner, The Retrograde Analysis Corner
  3. 3.Proof Game, The Retrograde Analysis Corner

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